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Die Sprachlosigkeit zwischen On- und Offlinewelt PDF Drucken E-Mail
Noamik-Meinungen
Geschrieben von noamik   
02.07.2009

Falscher Planet, falsches Jahrtausend umreisst sehr gut, warum das Netz eben nicht nur ein besseres Telefon- und Briefverteilsystem is, und warum Denkansätze der Politik die eine solche Anschauung zur Grundlage haben, zum Scheitern verurteilt sind. Ich bin mir immer noch nicht schlüssig, ob die Protagonisten von CDU/CSU und SPD unserer Zeit wirklich nicht merken, dass sie gerade dabei sind Zensur defakto im Netz zu implementieren, oder ob es wirklich deren Ziel ist. Vermutlich sieht die Antwort von Abgeordneten zu Abgeordneten anders aus. Einen Herrn Schäuble halte ich für zu intelligent das zu übersehen, dem werfe ich eiskalte Absicht unter dem Deckmantel von "wir sind ja die Guten, dann ist das auch keine Zensur, sondern einfach notwendig" vor. Aber was ist mit den vielen anderen wie eben jener Prof. Rupert Schol, der in "Unter Piraten - Wem gehört das geistige Eigentum?" mit Dirk Hillbrecht dem Vorsitzenden der Piratenpartei diskutieren durfte? Auch wenn eben dieser Rupert Schol, nicht zuletzt dank einem parteiischen Moderator, der so wenig vom Thema versteht, dass er vermutlich nicht mal gemerkt hat wie parteiisch er gehandelt hat, in dem Interview die Oberhand behalten hat. Seinen nicht gerade zahlreichen Argumenten hatte er das nicht zu verdanken. Trotzdem glaube ich, dass dieser Mann aus Überzeugung spricht und handelt, und deshalb nicht anerkennt, dass das was er dort vertritt schlicht und einfach Zensur in ungekanntem Ausmaße ist. Das seine Haltung zum Stoppschild nebenbei Kinderpornographie fördert, kann jemand, der das Netz nur als etwas günstigeres Kommunikationsmedium sieht, gar nicht erst begreifen.

Auch der eingangs verlinkte Artikel von Kristian Köhntopp leidet unter der Sprachlosigkeit zwischen denen die das Netz leben und denen die es nur, wenn überhaupt, in geringen Teilen nutzen. Diese Sprache gilt es zu entwickeln. Dazu muss man reden. Nicht unter "uns", nicht in den Blogs, sondern mit den vielen anderen Menschen die uns umgeben, angefangen mit unserer eigenen Oma, unseren eigenen Eltern, Tanten und Onkeln. Es gilt einfache und verständliche Worte zu finden für das, was uns alle längst umgibt und beherrscht (auch jene, die in diesem Land leben und einen Computer nie berührt haben) und sich schlicht das Netz nennt.

 
Nicolaus Fest mit dem Springerverlag nicht auf einer Linie? PDF Drucken E-Mail
Noamik-Meinungen
Geschrieben von noamik   
09.06.2009

Während die Verlage gerade für ein verschärftes Urheberrecht im Netz kämpfen, die Axel-Springer-AG an forderster Front mit dabei, will Nicolaus Fest hingegen schon das bestehende Urheberrecht ignorieren. Auf einem Podium der Tagung des "Netzwerks Recherche" sagte er zu dem Thema: Und wenn man die Veröffentlichung von Fotos jugendlicher Täter oder Opfer von der Zustimmung der Eltern abhängig machen wolle, "dann kann man den Journalismus gleich vergessen." Quelle (im betreffenden Fall geht es um Privatfotos)

Oder übersetzt: Urheberrechte sind nur wichtig wenn es unsere eigenen sind. Wenn man ihm gutwillig unterstellt, dass auch Nicolaus Fest der Meinung wäre gleiches Recht sollte für alle gelten, kann man es aber auch lesen als: "Wenn man den Urheber fragt, muss man sich nicht wundern, wenn der Nein! sagt. Da ist es besser und moralisch richtig einfach stillschweigend abzukupfern." Aber keine Sorge liebe Bild, eure Beiträge will man doch noch nicht mal geschenkt ...

 
Gedanken zu Haiders Tot, oder von nützlichen Idioten PDF Drucken E-Mail
Noamik-Meinungen
Geschrieben von noamik   
21.10.2008
Immer wieder findet sich die arme Seele, die doch nur ein wenig patriotisch sein möchte und "nicht darf". Doch nennen wir das Kind beim Namen: Nationalstolz ist das deutsche Wort. Stolz an sich ist schon eigentlich eine der weniger noblen Eigenschaften eines Menschen. Allein, dass sich Stolz im Allgemeinen auf etwas selbst geleistetes bezieht, schwächt den unangenehmen Beigeschmack dieses Charakterzuges etwas ab. Zu Recht macht der Stolze auf das selbst geleistete aufmerksam.

Nationalstolz ist hingegen Stolz für Arme. Mangels eigener Leistungen spricht man sich selbst die Erfolge einer Gemeinschaft zu, der man ja angehört und für deren Leistungen man irgendwie immer auch mit verantwortet. Bezeichnend ist hier, dass man bei sich selbst immer nur das Positive verortet. Auf die Taten der Ahnen möchte man sich nur zu gern beziehen, nie aber auf ihre Untaten. Den Sinn oder Nutzen des Nationalstolzes konnte noch niemand schlüssig erklären, außer eben das dumpfe Polemisieren gegen Dritte um von eigenen Problemen und Versagen abzulenken. Patriot ist nur eine nette Umschreibung für den nützlichen Idioten, den man ausbeuten kann und der es einem auch noch mit glühender Begeisterung dankt.

Aber natürlich darfst auch du gern nützlicher Idiot sein, werter Leser, auch das fällt unter Meinungsfreiheit. Nur warum stört es gute Patrioten immer, wenn man ihre Führer als das bezeichnet was sie sind: Populisten? Liegt es daran, dass diese Bezeichnung sie immer wieder an das erinnert, was ihre eigene jämmerliche Rolle in diesem Spiel ist?
Letzte Aktualisierung ( 21.10.2008 )
 
Pro Köln fördert Kriminalität PDF Drucken E-Mail
Noamik-Meinungen
Geschrieben von noamik   
21.09.2008

In seinem Programm fordert die hier absichtlich nicht verlinkt Pro-Köln-Bewegung:

" Aggressives Betteln gehört unterbunden."

Der Punkt des Bettelns zeigt, aus welch gut bürgerlich geistig armen Milieu die Verfasser stammen.

Letzte Aktualisierung ( 21.09.2008 )
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Unfehlbare DNA PDF Drucken E-Mail
Noamik-Meinungen
Geschrieben von noamik   
20.07.2008

In unserer Wahrnehmung hat sich die DNA als untrügliches Merkmal eines jeden Menschen festgesetzt. Routinemäßig werden Täter aller Couleur mittlerweile von Filmkommissaren rund um die Welt durch ein verlorenes Haar oder ein paar Hautschuppen überführt. Die Technikgläubigkeit kennt da keine Grenzen.

Letzte Aktualisierung ( 20.07.2008 )
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Was Wahlcomputer für eine Demokratie bedeuten. PDF Drucken E-Mail
Noamik-Meinungen
Geschrieben von noamik   
29.12.2007

 Das Fundament unserer freiheitlichen Gesellschaft ist ein Wahlsystem, welches durch seine Schlichtheit und Transparenz das Vertrauen der Bürger in die Rechtmäßigkeit politischer Entscheidungen begründen soll. Leider erzeugt dieses an sich sehr schlichte und leicht verständliche System alle paar Jahre eine Menge Aufwand. (Stimm)Zettel müssen gedruckt und verteilt, Wahlkabinen eingerichtet, Freiwillige engagiert und geschult, und schließlich müssen am Ende auch noch alle Zettel gezählt werden. Jeder einzelne Schritt ist nachvollziehbar und einfach für jeden zu überwachen da öffentlich. Der Aufwand aber bereitet immer wieder Kopfzerbrechen. Zu jeder Wahl stellt sich wieder das Problem genügend Wahlhelfer zu finden, die die Wahl durchführen.

 In unserer Gesellschaft hat sich der Glaube durchgesetzt, dass jedes Problem gleich welcher Art durch Technik lösbar wäre. So wird auch im Zusammenhang mit Wahlen immer wieder eine technische Lösung ins Gespräch gebracht und teilweise inzwischen auch genutzt. Wahlcomputer/-automaten sollen einen Teil des Aufwands abfangen und gleichzeitig die gesamte Prozedur vereinfachen, sicherer machen und verkürzen.

 Doch macht das Erfassen und Auszählen der Stimmen das System wirklich einfacher und sicherer (schneller ist das digitale Auszählen sicherlich, für das Erfassen muss dies schon nicht mehr gelten)?

 Betrachten wir zunächst die Einfachheit. Nahezu ausnahmslos jeder Mensch ist in der Lage nachzuvollziehen, dass wenn man eine leere Urne nimmt, jedem Menschen einen Zettel mit Abstimmvarianten gibt und diese darauf dann einen Kreuz machen und ihn in die Urne werfen, am Ende genau so viele Stimmen abgegeben wurden, wie Menschen gewählt habe und jede Stimme das gleiche Gewicht hat. Steht die Urne für alle öffentlich herum, kann auch das hinzufügen und entfernen von Stimmen intuitiv ausgeschlossen werden. Wenn schließlich jeder die Auszählung mit überwachen kann, ist auch die letzte Schwachstelle geschlossen. Zettel vermehren sich nicht einfach in einer Urne und sie beschreiben sich auch nicht von selbst.

 Komplizierter wird dies, wenn man die Urne und die Zettel durch ein wie auch immer geartetes technisches Gerät ersetzt. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um ein rein mechanisches Gerät oder einen elektrischen Zählautomaten geht. Besonders wenn die Wahl weiterhin geheim bleiben soll, muss einem jeden die korrekte Funktionsweise des Automaten einsichtig sein, da der Einzelne sonst, ohne jeder Stimme dem Wähler über die Schulter zu schauen. nicht sicher sein kann, dass die obige Eigenschaft: jeder Wähler eine Stimme, jede Stimme gleiches Gewicht, erhalten geblieben ist. Und hier fangen die Probleme mit Wahlmaschinen an. Offensichtlich ist es nicht möglich jedem Bürger eine hinreichend einfache Erklärung wie genau die Maschine funktioniert auszuhändigen und schon gar nicht ist der normale Bürger in der Lage das Übereinstimmen der verwendeten Maschine mit der Erklärung zu überprüfen. Wahlen mit Wahlmaschinen verlieren damit zwangsläufig ihre Legitimität.

 Natürlich verbannt dies die Technik nicht zwangsläufig vollständig aus dem Wahlprozess. Denkbar sind alle möglichen Varianten, bei denen auf verschiedenste Art Stimmen bereits vorab maschinell gezählt werden, so lange am Ende wieder ein menschenlesbares Stimmäquivalent erzeugt und in einer Art Urne gelagert und schließlich öffentlich ausgezählt werden. Denkbar sind beispielsweise schlichte Scanner, die die abgegebenen Stimmen schon vor der Auszählung einlesen und als Hochrechnung ausgeben oder Computer mit einem Drucker, die die abgegebene Stimme ausdrucken, solange der Ausdruck dann wieder in besagter Urne landet. Das endgültige Ergebnis muss weiterhin durch öffentliche Auszählung manuell bestimmt werden.

 Nicht mit Technik lösen kann man hingegen das Problem genügend Wahlhelfer zu finden. Leider hat sich diese Erkenntnis noch nicht durchgesetzt. Und so gibt es einige Ansätze Wahlen maschinell durchzuführen. Während des 24C3 wurden einige Ereignisse besprochen. Besonders interessant war in diesem Zusammenhang der Vortrag: Nedap Wahlcomputer in Deutschland. Der Vortrag beleuchtet die derzeitige Situation in Deutschland, die man bestenfalls mit unbefriedigend beschreiben kann. Die niederländischen Erfahrungen mit Wahlcomputern sind da schon umfassender: It was a bad idea anyway...  (Vortrag auf Englisch)

 Wer des Englischen mächtig ist, sollte zuerst den Vortrag der Niederländer sehen. Beide sind hochinteressant und nichttechnisch genug um von jedermann verstanden zu werden. Ich kann deren Konsum nur empfehlen.

Letzte Aktualisierung ( 21.09.2008 )
 

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Schloss Köpenick bei Nacht

Schloss Köpenick bei Nacht

Datum: 16.10.2005 Betrachtet: 3332 mal Besitzer/in: Michael Noack

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