Fundstücke

Weiß gewaschene Medien

Warum "Embedded Journalisme" ein Problem für die Neutralität der Berichterstattung darstellt, zeigt mal wieder ein aktueller Fall . Der Armee die Hoheit über ihr genehme Berichterstattung zu lassen, kann nur zu den auch hier zu sehenden Interessenkonflikten führen. Der Artikel ist Englisch.

Leihbeamte - besser als jede Lobby

Der Artikel: "Und keiner nennt es Korruption" auf Telepolis verweist auf einige sehr interessante Beiträge von "Monitor". Es geht um die Platzierung von Angestellten in wichtigen Positionen der Ministerien durch Industrie und Wirtschaft. Lobbyismus war gestern, "Leihbeamte" sind heute. Sehr nett auch die Begründung der Bundesregierung für deren Einsatz: eigene Inkompetenz! Korruption und Bestechung ist für Amateure, Profis stellen einfach gleich die Abteilung selbst.

Baskisches Kopftuch

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten: Darf eine Lehrerin in der Schule eine Baskenmütze tragen? Der Normalbürger würde sicher sagen: "Warum nicht?" Das Landesarbeitrsgericht Düsseldorf meint dazu: nicht wenn die Baskenmütze eigentlich ein Kopftuch ist. Die aktuelle Posse um den Kopftuchstreit an deutschen Schulen kommentiert Telepolis.

Von gewalttätigen Feuerzeugen und der Hysterie in westlichen Medien

Wer hat sie nicht in den Nachrichten gesehen, die Straßenschlachten um die Fackel und mitten drin die chinesischen Schlägertrupps. Und Bilder lügen ja nie. Aber was hat man wirklich gesehen? Im Wesentlichen ein paar asiatische Gesichter um die Fackel herum, sowie Gerangel von Demonstranten mit lokalen Polizeikräfte. Telepolis entlarvt die Sinophobie der westlichen Medien und stellt die richtigen Fragen zu Olympia.

Ein paar interessante Bilder zum Thema sowie Details zur Berichterstattung deutscher Massenmedien hat der Spiegelfechter. 

Sind Privatgefängnisse wirklich eine gute Idee?

Einen nicht uninteressanten Aspekt bei der Privatisierung von Staatsaufgaben spricht "Don Pepone" auf dem Blog Sozial-Gangbang an . Nicht umsonst erhält selbst jedes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr eine Beamtenurkunde. Hoheitliche Aufgaben darf ausschließlich der Staat, bzw. seine Beamten, wahrnehmen. Inwieweit ein "dahergelaufener" Wachmann berechtigt sein soll einem anderen Menschen Befehle zu erteilen, ist nicht einsichtig. Das Gewaltmonopol obliegt dem Staat, dieser kann es auch nicht einfach veräußern. Das sollte auch so bleiben.

Dass ausgerechnet ein gewisser Roland Koch hier der Lausbub war, der in Hessen den Einstieg in diesen Unsinn verbockt hat, wundert nun gar nicht mehr. Durch sinnvolle Kommentare und Handlungen in Sachen Strafvollzug ist der Mann ja noch nie aufgefallen. Die erhofften aber nicht eingetretenen Einsparungen bei der Privatisierung der JVA Hünfeld passen da ja auch recht gut in seine Bilanz.

Der verlorene Stamm von Laos

In den Jahren des Vietnam Kriegs waren die Hmong die Verbündeten der CIA. Die Kriegstage sind längst vorbei, der Kampf der Hmong hat mit Kriegsende aber erst richtig begonnen. Im eigenen Land werden sie von der laotischen Armee gejagt. Seit Jahrzehnten verstecken sie sich nun im Dschungel, wo sie fern der Zivilisation leben. Die Welt kennt ihr Schicksal nicht. Tony Britley hat sie für Al Jazeera im Dschungel besucht.

Unwissend in Abu Ghraib

Die Farce um Abu Ghraib ist zu Ende, wenn auch nicht im Guten. "Mother Jones" berichtet von der Gerichtsverhandlung gegen den leitenden Offizier Lt. Colonel Jordan des Gefängnisses.

Tibet - Hollywood mal außen vor

Wer die Holywoodfilme über Tibet gesehen hat, glaubt zu wissen, wer die Guten und wer die Bösen in diesem uralten Konflikt sind. Telepolis zeichnet ein deutlich differenzierteres Bild, vor dessen Hintergrund die aktuellen Geschehnisse in Tibet nicht mehr so leicht zu deuten sind.

Moral in Raum und Zeit

In seinem Artikel Deutschland und seine Kindersoldaten macht der Spiegelfechter zu Recht darauf aufmerksam, dass deutsche Ausbilder in Afghanistan im Rahmen ihrer dortigen Tätigkeit sogar Minderjährige ab 16 Jahren an schweren Waffen ausbilden. Auch wenn dies juristisch wohl nicht zu beanstanden ist, stellt sich doch die Frage, wie sich dies mit unseren, sonst immer wieder so betonten, hohen moralischen Ansprüchen vereinbaren lässt.

Terrorismus ist, wenn die Anderen die Bösen sind

In der Zeit als George H. W. Bush Direktor der CIA war, fanden die größten Terrorakte, wenn man den "Body-count" als Maßstab nimmt, unter der Aufsicht und Anleitung der CIA statt. Robert Parry, der an den Hintergründen und Zusammenhängen schon seit den 80iger Jahren arbeitet, entwirft einen interessanten Rückblick auf den kalten Krieg. Die schönsten Verschwörungstheorien verblassen regelmäßig vor der Realität, wenn die CIA ihre alten Akten öffnet. When the Terrorists Were 'Our Guys': A Special Report ist ein hervorragender Artikel, der mal wieder vor Augen führt, warum man Geheimdiensten nicht trauen sollte und wie wichtig Organe sind, die auch den Geheimen noch auf die Finger schauen.

Offiziell für die "richtige" Seite zu arbeiten, heißt eben noch lange nicht das "Richtige" zu tun.

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