Meinung
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[Bearbeiten] Zu Meinung, Meinungsfreiheit und Vorurteil
Immer wieder fällt mir auf, dass es im Internet keine Diskussionskultur gibt. In Wirklichkeit beschränkt sich das Problem aber nicht auf das Internet. Menschen allenthalben sind nicht in der Lage zu diskutieren. Ich meine damit nicht den Diskussionsstil oder die Tätigkeit an sich. Oft können Menschen zu einem Thema kaum ihre eigene Meinung vertreten. Erst Recht nicht sind sie in der Lage Advocatus-Diaboli zu spielen und die gegenteilige Meinung zu vertreten. Dies liegt daran, dass sie schon die Argumente für die eigene Position schlecht oder gar nicht kennen, geschweige denn die Argumente der Gegenposition. Eine Meinung die sich aber nicht im Widerstreit der Argumente gebildet hat, sondern auf inneren Überzeugungen beruht, ist eigentlich keine Meinung, sondern Vorurteil.
Nun haben wir den Kampfbegriff der Meinungsfreiheit unter deren Deckmantel Toleranz für jede noch so abstruse Position eingefordert wird. Diese Meinungsfreiheit ist das Fundament einer jeden freien Gesellschaft. Aber bedingt die Notwendigkeit dieser Meinungsfreiheit auch die Notwendigkeit frei jedes Vorurteil vertreten zu dürfen? Leider muss man dies wohl bejahen, da sich Urteil und Vorurteil nicht trennen lassen. Allumfassende Information ist einem Menschen nicht möglich. Und so kann es nur unterschiedliche Grade der Unwissenheit geben. Und wer wollte dann richten ab welchem Grad des Wissens ein Vorurteil zu einem Urteil und damit zu einer echten Meinung würde?

